Doppelkoan

Hannover 96, ein Verein der Superlative. Neuestes Superlativ: Tiefpunkt der Saison. Aus Bayern-Sicht. Das sollte man sich in Hannover nicht zu sehr zu Herzen nehmen, in München ist man derzeit ein wenig nervös: Koan Punkt, koan neuen Trainer – in der Mundart-Hochburg Hannover genehmigt man sich darauf und nach dem 3:1 vom Wochenende einen Doppelkoan. Sicher, ein Pflichtsieg, aber drei Punkte sind nun mal drei Punkte. Wie heißt es doch: Auch gegen die Kleinen musst du erst einmal gewinnen, gerade, wenn zur ersten Elf der 96-Spieler mit der Rückennummer 11 fehlt: Ya Koanan.Von Bestbesetzung sind die Bayern in diesen Tagen weit entfernt, vor allem auf der Trainerposition. Louis van Gaal, einst als Europa-PoGaal gefeiert, zeigt Anflüge von Altersstarrsinn und wird damit der Bayern-Führung immer ähnlicher. Das kann nicht gutgehen. Also muss ein neuer Trainer her, normalerweise kein Problem, das regelt man bei den Buyern mit viel Geld. Doch diesmal ist alles anders. Sammer, Rangnick, Heynckes und Hiddink winken ab, Johannes Linßen will José Mourinho als Kotrainer. Horst Ehrmantraut, der Magier aus Einöd, würde gut ins Bayern-Profil passen, ist aber auf die Schnelle nicht auffindbar. Eduard Geyer bittet sich zwei Jahre Bedenkzeit aus. Bleibt nur noch einer. Prof. Dr. Dr. Karl-Peter zu Neururer, der Mann, der sich mit Lohnfortzahlungen auskennt wie kein zweiter, und den sie deshalb den Honorarprofessor nennen. Neururer lehnt ab. Begründung: fehlende Perspektiven. Dazu die hohen Mieten und Spritpreise in München. Also bleibt van Gaal bis zum Sommer oder bis Ehrmantraut seinen AB abgehört hat.

In Hannover läuft’s dagegen wie geschmiert. Im Fanshop ist fast so viel los wie im Stadion. Schließlich war Hannover 96 seit dem Bundesligaaufstieg noch nie so gefragt. Und wenn die Verkäufer jetzt auch noch so typische Ladenhüterartikel wie Trikots hätten, ja, dann könnte man von dem Erlös vermutlich die halbe norwegische Liga aufkaufen oder Mike Hanke zurück. Aber sie haben ja seit der Vorweihnachtszeit keine Heimtrikots mehr für die Fans, weil sie den Ausrüster wechseln. Bettwäsche ist noch da, aber das sieht doof aus in der Fankurve. Aber vielleicht ist es bei 96 ja auch nur groooooße Zuversicht. Übertragen wurde das Spitzenspiel in 150 Länder der Erde, das sind mehr als bei der Expo 2000 und dem Rugby-Derby DRC Hannover gegen SG Odin/Döhren zusammen. Sollte 96 die Champions League erreichen, wovon Fanshop und Platzwart mal ausgehen, würden sich vermutlich neue Staaten gründen, um den ersten Pflichtspielsieg von Hannover 96 gegen Real Madrid zu sehen. Die Bayern können zuschauen. Sie spielen ja donnerstags.

Der Platzwart

3 Gedanken zu „Doppelkoan

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