Schwitzen und lachen in Glücksburg

Strandtraining bei den "Roten". Foto: zN

Strandtraining bei den “Roten”. Foto: zN

Nun ist ein Trainingslager ja nicht wirklich jedermanns Sache. Nicht für jeden Fußballprofi und solche, die es werden wollen; bei den Zuschauern sieht es in der Regel ein wenig anders aus. Zweimal täglich geht es derzeit für die Spieler von Hannover 96 in der Regel richtig zur Sache, wenn der Trainer pfeift; auch der Rest des Tages ist streng reglementiert – bis hin zum gemeinsamen Abendessen, bei dem man auf die Minute pünktlich zu erscheinen hat. Fehlt eigentlich nur noch der morgendliche Fahnenappell. Mit dem Abspielen der 96-Vereinshymne, wenn die Schwarz-Weiß-Grün am Mast emporgezogen wird …

Montagnachmittag aber ging es ausgesprochen locker zu: Aus den „Roten“, am Vormittag noch ernsthafte Saison-Vorarbeiter auf dem grünen Rasen, wurde eine flugs eine Spaßtruppe. Und das trotz der Übungen, die es in sich und am Abend schwere Beine zur Folge hatten, wie Torwart Ron-Robert Zieler freimütig eingestand. Aber wenn Sand, Strand und Sonne an der Ostsee ins Spiel kommen, dann sorgt das fast automatisch für gute Laune.

Dazu muss man wissen, dass das 96-Quartier während des Trainingslagers in Glücksburg seinem Namen alle Ehre macht. Das Strandhotel ist Ende des 19. Jahrhunderts tatsächlich nur einen Steinwurf von der Ostsee entfernt erbaut worden; blickt man aus dem Fenster auf die Flensburger Förde, dann stellen sich fast unweigerlich Urlaubsgefühle ein. Eine Steilvorlage: Die Spieler durften nach Herzenslust im Sand tollen, und das zwischen leeren Strandkörben und – mit gebührendem Abstand – neugierig bestaunt von alten und jungen Feriengästen.

Was machen die da bloß? Die Frage drängte sich zum Beispiel auf, als Jan Schlaudraff und Szabolcs Huszti mit einer Art Gummiseil um die Hüfte miteinander verknüpft wurden und im Sand solange hin und her wuselten, bis sich die lose Verbindung löste. Pech für denjenigen des Duos, der in dem Moment nicht beweglich genug war.: Er hatte verloren. Als unsereins noch jünger war, gab es solche Spielchen nicht.  Nebenan wurde nach vorausgegangenen Übungen, die den arg geforderten Körper stabil machen sollen, Strandfußball gespielt. Sicher auch anstrengend, aber mit jeder Menge Gaudi für Teilnehmer und Zuschauer. Trainingslager ist eben mehr als schwitzen. Wer’s nicht glauben mag, der kann dieser Tage gerne in Glücksburg vorbeischauen.

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Über Norbert Fettback

Norbert Fettback, Jahrgang 1953, begleitet die "Roten" journalistisch seit 1991 und hat damit (fast) alles miterlebt an Höhen und Tiefen: den DFB-Pokalsieg ebenso wie den Abstieg in die damalige Regionalliga und in jüngerer Zeit die Europa League. Das Fußballspielen hat er selbst vor langer Zeit aus Verletzungsgründen beendet. Vor zehn Jahren stellte er fest, dass Laufen als Freizeitsport auch nach zwei Kreuzbandrissen durchaus Spaß machen kann.

Ein Gedanke zu „Schwitzen und lachen in Glücksburg

  1. Schrippe

    Netter Bericht. Aber Herr Fettback, Sie sind doch vor Ort. Sie bekommen doch auch die Nachrichten über täglich neue Verletzte/Angeschlagene während des Trainingslagers mit. Diese vielen Verletzungen sowie die konditionellen Defizite im Vergleich zu den Vorjahren ziehen sich seit der letzten Saison wie eine Seuche durch das Team. Woran liegt es? Ist das normal? Hierzu würde ich mir eine kritische Recherche der HAZ-Sportredaktion wünschen.

    Antworten

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