Hoffen ohne Garantie

Man soll bekanntlich niemals nie sagen. Und: Im Leben sieht man sich immer zweimal. Zu diesen Weisheiten, die das Lebens schreibt, hat Hannover 96 seine spezielle Diktion geliefert. Wieder mal. Eine Jobgarantie, wie sie Clubchef Martin Kind noch vor zwei Wochen Tayfun Korkut gegeben hat, ist in diesem Geschäft einfach nichts wert. Kein Trainerwechsel mehr in dieser Saison: Wer daran noch glaubt, wenn es ums große Ganze geht, ist selber schuld. Und das gilt nicht nur für einen Fußballverein wie den aus Hannover, wie es sich in der Bundesliga in schöner Regelmäßigkeit zeigt.

Soll 96 vor dem Abstieg retten: Michael Frontzeck ist Trainer für die letzten fünf Saisonspiele.

Soll 96 vor dem Abstieg retten: Michael Frontzeck ist Trainer für die letzten fünf Saisonspiele.

Das Bäumchen-wechsle-dich-Spiel gehört zum Geschäftsgebaren des Profisports. Irgendwann ist jeder an der Reihe, der für Taktik und Fitness zuständig ist, mal früher, mal später. Je nachdem, wie es läuft. Bei Korkut lief zuletzt gar nichts mehr. Also: Sachen packen, tschüss, und irgendwann wird die Abfindung überwiesen. Ein Name mehr auf der langen Liste derjenigen, die angetreten waren, um die „Roten“ froh und glücklich zu machen. Und es letztlich nicht hinbekamen, aus welchen Gründen auch immer.

Michael Frontzeck, der Korkut für fünf, vielleicht auch sieben Spiele beerbt hat, kennt dieses Problem aus eigenem Erleben. Bei 96, wo sie sich jetzt in großer Not an ihn erinnerten, haben sie ihm im November 2005 zusammen mit Ewald Lienen den Stuhl vor die Tür gestellt. Bei Arminia Bielefeld (2009), Borussia Mönchengladbach (2011) und beim FC St. Pauli (2013) endete seine Anstellung als verantwortlicher Trainer per Kündigung ebenfalls im Unfrieden. In Bielefeld hat es Frontzeck einen Spieltag vor Saisonende erwischt, die abstiegsbedrohten Arminen hatten in Dortmund mit 0:6 verloren. Mit Jörg Berger als Nachfolger verabschiedeten sich die Bielefelder nach einem 2:2 gegen Hannover 96 in Liga 2 und verschwanden danach bis heute von der großen Bühne.Was können die „Roten“ daraus lernen? 1. Trainerwechsel sind kein Allheilmittel, um Unheil wie den Absturz in die 2. Liga zu verhindern. 2. Einen Versuch wert ist es allemal. Mit Bielefeld schaffte Frontzeck, auch damals als Retter geholt, 2008 den Klassenerhalt. 3. Fällt jemand noch was ein?

 

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Über Norbert Fettback

Norbert Fettback hat als Sportredakteur der HAZ die Fußballer von Hannover 96 rund 25 Jahre lang durch dick und dünn begleitet. Erst mit 50 entdeckte er für sich selbst das Laufen - auch um mehr als 40 überflüssige Pfunde loszuwerden. Nach der Premiere in New York (2005) absolvierte er Marathons unter anderem in Berlin, Chicago, Wien und Boston. Aufgrund diverser Verletzungen hat er sich bei der Wahl der Streckenlänge inzwischen mit dem Motto angefreundet: je kürzer desto besser.

16 Gedanken zu „Hoffen ohne Garantie

  1. Enrique del Gotemburgo

    Erstmal zu Tayfun Korkut: Sympathisch und ein Trainer mit ner Idee. Er hat die Spielweise der Mannschafft verändert und manchmal sah es so aus, als ob das was werden könnte. Oft waren die Ansätze gut und es ging (oft knapp) dann leider doch daneben. Wahrscheinlich hat die spielerische Qualität des Kaders für das System nicht ausgereicht. Es war mutig, Korkut die Chance zu geben und ich finde es gut, dass er sie gekriegt hat. Er ist noch ein junger Trainer und ich hoffe, dass er sich etablieren kann, wenn auch vielleicht über nen Umweg (2. Liga?). Als großes Mißverständnis würde ich das jetzt absolut nicht bezeichnen wollen. Ist meine Meinung. Möglicherweise war es ein Fehler, das System immer weiter zu spielen, auch wenn sich der Erfolg nicht richtig einstellen wollte. Schwer zu sagen.

    Hatte mir als Retter tatsächlich eher Neururer gewünscht. Mag ihn als Typ, hat eher den Grund. Auch wenn das früher anders war, ich noch bei seiner letzten 96-Amtszeit nicht viel mit ihm anfangen konnte.

    Nun ist es also Frontzeck. Nach anfänglicher Skepsis muss ich sagen: Warum nicht? Stevie als Co ist doch super – denke, der ist noch nah dran und hat vielleicht auch ein Gespür dafür, was nun benötigt wird. Außerdem wird nun wieder Stimmung da sein, was sehr wichtig ist. Gespannt bin ich darauf, was Frontzeck mit der Taktik macht. Weiterhin Ballbesitz? Oder kompakt stehen und schnelle Angriffe? Gegen Hoffenheim das erste Tor zu schießen, wäre wichtig.

    Bin seit heute wieder etwas optimistischer. Mir ist nicht ganz klar, wie man den VfB oder Freiburg hinter sich lassen will. Aber: Egal, wie viel auch geschrieben und diskutiert wird, Eindrücke und Situationen können sich im Fußball schnell ändern. Hat man heute Abend bei Bayern ja mal wieder ganz deutlich gesehen. Unmöglich ist der Klassenerhalt für 96 nicht. Natürlich sind Trainerwechsel per se kein Allheilmittel, das ist bekannt. Ich denke aber, man hat die Chancen gerade wieder erhöht. Also, auf geht’s, alle für 96, bis zum letzten Fan. Die richtige Stimmung hat lange gefehlt. Nun ist es Zeit, Fußball-Deutschland zu zeigen, dass 96 noch da ist.

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  2. margi

    „Neue Besen kehren gut!“
    Hoffentlich bewahrheitet sich dieser Spruch. ich würde es Frontzeck
    und der Mannscahft wünschen, dass sie sich aus dem „Keller“ befreien.
    Wie man dort hingekommen ist, muss man später analysieren. Jetzt heißt es erst einmal
    Nichtabstieg, packen wir es an!

    Das Stadion wird ausverkauft sein und Cherundolo steht Frontzeck zur Seite, das sind
    2 Dinge, die mir gegen Hoffenheim Hoffnung machen!

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  3. quiqui

    Die Hoffnung überwiegt, wenngleich der Schulterschluss mit den Fans sowie die Trennung vom unglücklich agierenden Korkut auf dem letzten Drücker erfolgte. Es kann eigentlich nur „besser“ werden. In dieser Situation ist ohnehin die Mannschaft gefragt. Der Trainer kann nur als Motivationsankurbler fungieren, da die Zeit für eine ordentliche Vorbereitung viel zu kurz ist. Wenn die Spieler kämpfen und ackern, die Fans unterstützen und anfeuern, dann kann es mit dem Klassenerhalt noch etwas werden!
    Ich wünsche allen 96igern unterhaltsame und vor allem erfolgreiche Wochen!

    Glück auf vom Niederrhein…..

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  4. margi

    Die Hoffnung stirbt zuletzt !
    Ich habe ein sehr gutes Spiel unserer Mannschaft gesehen.
    Leider gab es – mal wieder – eine Fehlentscheidung gegen uns. Wer weiß, wie es gelaufen wäre, hätte es diese nicht gegeben?
    Nun ist es wie es ist und die Mannschaft darf den Kopf nicht hängen lassen.
    Frontzeck mit seiner ruhigen Art gefällt mir sehr gut. Die Kreisbildung der Mitspieler, nach demSpiel, hat mir sehr gut gefallen. Hoffentlich geht WOB in dieser Woche ein wenig die Luft aus, das wäre gut für uns.

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  5. All in!

    Airport, Universität, Oper und 1.BuLi = attraktive Stadt!
    Es geht für uns um alles! 96 ist zu einem bedeutenden Teil für Hannover geworden. Jedem, der diese Stadt ans Herz gewachsen ist, sollte jetzt mit dem Club bangen. Es ist der unpassende Moment, Schuld zuzuweisen. Ob Fans, die ernsthaft der Meinung sind, der Mannschaft die Unterstützung versagen zu müssen, wenn sie die Vereinsführung kritisieren, noch Clubführung, die es nicht schafft, weil sie zu alt ist, die Motivation von Fans zu verstehen. 96 hat es in 13 Jahren geschafft, mit moderaten und sympathischen Mitteln, Erstligafussball mit Achtungserfolgen zu spielen. Nicht mehr und nicht weniger.
    Es sollte jetzt für alle, um 96! aber auch um Hannover gehen! Jedem, dem es möglich, sollte sich bereits die Unterstützung in Wolfsburg überlegen! Ein Absturz wäre FATAL! Noch ist nichts verloren, gemeinsam sind wir stark! Jetzt sind alle Hannoveraner/innen gefragt! FORCA 96!

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  6. Judas

    Fatal wäre die Situation nur für Kind.
    Ich bin immer noch der Meinung ein Neustart in Liga 2 wäre für Verein und Stadt das beste
    Nicht mal auf dem Relegationsplatz sehe ich eine Chance für unsere Thekenmannschaft

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  7. margi

    Unsere Mannschaft als Thekenmannschaft zu bezeichnen ist reiner Blödsinn!
    Wir haben keinen schlechteren Kader als Mainz, Köln, Frankfurt oder auch Augsburg, die vor uns stehen.
    Uns fehlte in vielen Spielen auch mal das quentchen Glück ! Natürlich müssen die Stürmer auch treffen.
    Da ist z.Z. eine Blockade, die sich schnellstens lösen muss.
    Vielleicht sollte man Kenan Karaman mal für Joselu auflaufen lassen.

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  8. Judas

    Es sollte allen so langsam klar – wohin der Hase läuft::
    Kind zum Thema Abstiegsprämie: Nee, bringt nix !!!

    Warum auch unnötig Geld in den Verein pumpen….

    Ich wündche mir nix sehnlicher als das 96 absteigt und die MARKE gegen die Wand fährt !!!

    Stimmung und Spaß kann man auch in Liga 3 haben

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  9. der wolf

    nun reißt das Kind alles um was es in 18 Jahren aufgebaut hat…..
    beratungsresistent wäre sehr elegant formuliert.

    Viel Spaß gegen Arminia Bielefeld und en BTSV

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  10. Lars-Chr. Igyffu-Meihardt

    Ach Leute – Defätismus schießt keine Tore …. das hat er allerdings gemeinsam mit unseren Kokenkrug-Gourmets.

    Erholen / Umstrukturieren kann man sich übrigens auch in der 1. Liga und spart sich dabei dann die Fahrt in Orte, von denen man im Moment noch nicht 100 % weiß, wo die eigentlich liegen sowie Anstoßzeiten, die den einen oder anderen alteingesessenen 96-Anhänger um seinen verdienten Mittagsschlaf bringen.

    Aus humanistischen Gründen daher : Pro Klassenerhalt

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  11. margi

    Danke, Lars-Chr.!
    Ich ärgere mich auch , aber zu wünschen, daß H96 absteigt, ist doch pervers.
    Ein „echter“ Fan wünscht seiner Mannschaft doch nicht den Abstieg ? Hoffentlich gewinnen sie ihre letzten beiden Heimspiele. Gegen WOB wird es schwer werden,die sind doch sehr motiviert nach dem gestrigen Spiel !

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  12. yakoni

    Der Abstiegskampf ist eine 2 +1 aus 5 – Lotterie mirt 50 % Chance , da kaum Unterschiede zwischen den 5 Teams sind. Defensiv sind alle für 2 Gegentore gut ( siehe letzter Spieltag ).
    Glück , Zufall und Schiedsrichterentscheidungen werden den Abstiegskampf entscheiden. Siehe http://www.wahretabelle.de.
    Mit Sieg in WOB sind wir aber durch , da wir psychologisch einen Sieg brauchen.
    Platz 15 nach WOB ( egal wie ) reicht vermutlich auch.
    Frontzeck kriegt 500.000 € bei Klassenerhalt und das Team nichts – nicht sehr logisch.

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  13. Lars-Chr. Igyffu-Meihardt

    Latürnich – die „Wahre Tabelle“ ist in unserem speziellen Fall tatsächlich ein zulässiges Beweismittel , weil wir auch da 30 Punkte auf dem Konto haben … oder zwar markenidentitätsstiftende, aber doch ehr unbefriedigende 0,96 Punkte pro Spiel.

    Nebenbei bemerkt hätten die Spieler in dieser Saison auch locker über Siegprämien die nun so schmerzlich fehlende halbe Million einspielen können, haben sich aber anscheinend aus Gründen, die wir leider leider nicht kennen, dagegen entschieden – das sollte man heutzutage auch mal respektieren können, wenn junge Leute freiwillig auf den Zweit-Lamborghini .verzichten.

    Ein altes Paderborner Sprichwort sagt : Zufall ist der gebräuchlichste Deckname des Schicksals

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  14. sk

    Liebe Leute, die es gut mit 96 meinen:

    In jedem Falle positiv denken!!!

    – Selbst bei 3 Unentschieden ist noch der Relegationsplatz möglich.
    – Bei 3 Siegen sogar Platz 11.
    – Sowohl Mainz, Hertha, Frankfurt und Köln können noch absteigen. Plus WIR, der HSV, VfB, Paderborn und Freiburg. Insgesamt also noch 9, sprich: DIE HALBE LIGA!!!

    Das wird der härteste Klassenkampf der BL-Geschichte. Und es wird einen treffen, der heute noch nicht daran denkt…
    Und deshalb ist 96 im Vorteil, vorausgesetzt, die Leidenschaft vom Hoffenheimspiel und der 2. HZ gegen WOB wird die letzten 270+ Minuten auf den Platz gebracht.
    „Wanderdüne“ Joselu in den Urlaub nach Spanien schicken – SOFORT! Und „Schlaf-Schulle“ gleich hinterher… sorry!
    Briand in die Spitze, Stindl dahinter hängend (mit Defensivaufgaben), Didi ins rechte Mittelfeld, Prib auf links.
    Vor Zieler ne „5er Kette“: Albornoz, Marcelo, Felipe, mit Schmiedebach rechts hinten und jetzt kommt es: mit Schlaufraff als Libero (im wahrsten Wortsinne DER freie Mann) im Wechsel mit Sané, der als Königssechser im defensiven Mittelfeld anfängt.

    Das Schaubild:
    Zieler

    Marcelo Schlaudraff Felipe
    (Sané)
    Schmiedebach Albornoz
    Sané
    (Schlaudraff/Stindl)
    Ya Konan Prib
    Stindl
    (Schlaudraff)

    (Briand) Briand (Briand)

    Die ersten 3 Einwechselspieler je nach Situation: Bittencourt, Sakai, Karaman.
    Die taktischen Möglichkeiten kann sich jeder selbst ausmalen.

    Noch Fragen? 96 – HSV!

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