Nur ein kleiner Ausrutscher?

Oliver Sorg

Nur mal kurz ausgerutscht? Auch 96-Profi Oliver Sorg konnte die Niederlage gegen Dresden nicht verhindern.         Foto: Lobback

Ups, was war denn das? Mit einer Niederlage im Heimspiel gegen Dynamo Dresden hatte wohl kaum jemand gerechnet. Doch gegen den Aufsteiger war ein fetter Wurm drin im 96-Spiel. Oder um es mit den Worten von Andreas Brehme zu sagen: „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß.“ Aber ist es wirklich so einfach, haben die Roten nur verloren, weil sie Pech hatten und ihre Chancen nicht genutzt haben? War das nur ein kleiner Ausrutscher, oder doch mehr?

Auch wenn 96 einige Gelegenheiten hatte, um das Spiel zu gewinnen, richtig rund lief es beim Absteiger nicht. Angefangen mit der Abwehr, die neben den beiden Gegentoren auch noch so mache hundertprozentige Chance für Dresden zuließ. Im Mittelfeld fehlte es meistens an Dynamik und guten Ideen, und auch der Angriff, eigentlich das Prunkstück der Mannschaft, agierte viel zu umständlich und unentschlossen. Zudem hat Dresden aufgezeigt, wie man spielen muss, um gegen den Meisterschaftsfavoriten aus Hannover erfolgreich zu sein: mit großem Einsatz, viel Aggressivität und Selbstbewusstsein. Hoffentlich haben nicht allzu viele Mannschaften genau hingeschaut.

War die Niederlage nur ein Warnschuss zur richtigen Zeit, oder sind die Roten doch nicht so gut und überlegen, wie es nach den ersten Pflichtspielen aussah?

 

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Über Christian Purbs

Christian Purbs, Jahrgang 1966, ist mit dem Wiederaufstieg in die Bundesliga 2002 bei 96 als Bereichterstatter eingestiegen. Er begeistert sich besonders für Sportarten, in denen der Ball im Spiel ist und kickt noch regelmäßig in einer Hobbymannschaft. Mit großem Interesse beobachtet er alles, was mit dem FC Bayern zu tun hat.

14 Gedanken zu „Nur ein kleiner Ausrutscher?

  1. Prof.Op

    Nun ja,
    man darf jetzt nicht alles negativ sehen, aber man muß die „Rote“ Brille abnehmen
    und die Sache nüchtern und sachlich analysieren.

    96 ist tatsächlich nicht die Übermannschaft, wie sie von vielen Fans vor der
    Saison gesehen wurde.

    Nur weil einige Spieler, laut Transfermarkt, teuer sind, heißt das nicht, dass
    sie auch weit über dem Zweitliganiveau spielen bzw. sehr gut sind.
    Wenn man heute sieht, wie viel Geld für Mittelklasse oder Weniger bezahlt
    wird, dann muß man andere Maßstäbe anlegen.

    Bei 96 war vor der Saison absehbar, dass es Probleme in der Abwehr gibt.
    Dazu kamen unsichere Kandidaten im Mittelfeld.

    Der Angriff wurde bei 96 überproportional aufgebläht, was wohl der Spiel-
    Philosophie des Trainers geschuldet ist.
    Angriff auf Teufel komm raus.

    Wenn man vorne ein Tor mehr macht, als man hinten bekommt, dann
    geht die Rechnung auf.

    Wenn man aber meint so spielen zu wollen wie die Bayern oder der BVB,
    dann muß man überdurchschnittliche Leute in der Viererkette haben
    und vorne einen oder besser 2 richtige Knipser.
    Funktioniert eins von beiden nicht, dann hat man ein Problem und
    beschwört in jedem Spiel Konterchancen des Gegners und Niederlagen
    herauf.
    Soll heißen, das sieht für den Kunden toll aus und ist spannend, aber
    ist für die Truppe ein Ritt auf der Rasierklinge.

    Wenn sich die Gegner darauf eingestellt haben, dass 96 erst mal kommt
    wie die Feuerwehr, dann lassen sie sich den Gegner erst mal austoben
    und schlagen bei der ersten Unachtsamkeit oder Dummheit von 96 zu.

    96 hatte in den ersten Spielen das Glück, dass vorne jeder Schuss
    traf und die Gegner ihre Möglichkeiten nicht genutzt haben, diesmal
    war es umgekehrt.

    Ich denke, der Trainer kann ja ruhig offensiv spielen, aber er muß das
    aus einer stabilen, sicheren Abwehr heraus machen.

    Wie es zur Zeit aussieht, wird die Truppe doch bei jedem Ballverlust
    an der Mittellinie überlaufen oder zu unglücklichen Fauls gezwungen,
    die dann brenzlige Freistöße einbringen.

    Hurra-Fußball war zwar in der Jugendliga ganz ok oder am Ende in der
    1.Liga noch ganz lustig und für die Gegner ungewohnt, aber im normalen
    Zweitligabetrieb vielleicht nicht das richtige Mittel, um eine sichere Linie
    durchziehen zu können.

    Die Gegner sind ja auch nicht blöde und wissen sich drauf einzustellen.

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  2. Enrique del Gotemburgo

    Ich konnte das Spiel nicht einmal sehen (nur Highlights im NDR), aber eins sollte wohl klar sein:

    „…oder sind die Roten doch nicht so gut und überlegen, wie es nach den ersten Pflichtspielen aussah?“

    Auch wenn ich ob der Stärke des Kaders immer optimistisch war (und es auch weiterhin bin), natürlich hat man in bisher allen Spielen erkannt, dass 96 eben nicht unglaublich überlegen war, sondern dass solch ein Rückschlag sehr schnell kommen könnte.

    Selbst das Lautern-Spiel hätte anders laufen können, das Ergebnis war viel zu hoch. Es waren Kleinigkeiten, die entschieden haben, es hätte auch vorher schon schiefgehen können. Man muss schon anerkennen, dass 96 (wie auch der VfB) nicht in einer anderen Liga spielt. Es wird sehr viele Spiele geben, bei denen der Gegner komplett auf Augenhöhe sein wird und in denen Kleinigkeiten entscheiden können.

    Davon, dass 96 und Stuttgart die zwei stärksten Kader haben, gehe ich nicht ab. Allerdings sind die Abstände nicht so riesig und beide Mannschaften haben Problemzonen und funktionieren als Einheit noch nicht gewünscht. Von Dominanz kann man nicht sprechen, derzeit hat jeder Gegner eine sehr realistische Chance. Geschlossener und stabiler sind bisher andere Teams.

    Klärt mich gerne auf, was gestern die Probleme waren. Ich nehme aber an, sie waren ähnlich gelagert wie bei den Spielen davor.
    Allgemein: Wenn das Spiel so angelegt ist, dass es auf beiden Seiten viele Chancen gibt, dann kann es immer so oder so gehen. Manchmal geht es dann daneben. Für den Spielstiel muss vorne schon brutale Qualität da sein. Mit Sobiech und auch mit Bech und Sarenren-Bazee dazu kann das hinhauen. Ohne diese Spieler passt es derzeit nicht, dass jedes Spiel 2-3 Tore geschossen werden.

    Deshalb muss das Ziel sicherlich sein, nicht jedes Spiel derart offen zu gestalten, dass am Ende jedes Ergebnis möglich ist. Es waren erst 4 Spiele. Aber wenn nicht jede defensive Schwäche ausgeglichen werden kann, muss man wohl oder übel über Spielstiel und Personalien nachdenken, kleinere oder größere Veränderungen.
    Konkret würde ich da an die IV, 6 und die Außenverteidiger denken. Die Frage, ob Sané in der IV ideal ist, stellt sich nun für ein paar Spiele nicht. Dafür gibt es direkt die Möglichkeit zu sehen, ob Strandberg, Hübner oder Felipe da nen defensiv soliden Part geben können. Strandberg wird sicher die erste Option sein, nehme ich an.

    Ansonsten wäre wohl zu überdenken, ob man nicht mehr Stabilität auf der 6 braucht, also Bakalorz neben Schmiedebach spielen lässt (später Sané), auf der 10 dann Fossum oder Maier aufbietet.
    Ja gut, dann noch der LV… Albornoz scheint kein gutes Spiel gemacht zu haben, habe ich vernommen. Als interne Lösung würde ich da eher Sorg sehen, der durch Arkenberg oder Schmiedebach ersetzt werden könnte. Prib ist auch kein LV. Ansonsten Sebastian Boenisch. Wobei die Kadergröße schon der Wahnsinn wäre.

    Klärt mich gerne über das Spiel gestern auf.

    Allgemein: Ich verstehe Stendels Denke und bevorzuge einen solchen Stil. Aber wenn vorne die Qualität fehlt, um einen solchen Hurra-Stil konstant relativ souverän durchzudrücken (souverän war es bisher nicht, nein), dann muss man sicher umdenken.
    Überraschung, hier bin ich bei Prof.Op.

    Allgemein verstehe ich alle Kritiker hier. Nur bin ich weiterhin überzeugt, dass 96 das Potenzial hat, auch erster zu werden. 96, der VfB, Braunschweig, Bochum, Dresden, Nürnberg. Eventuell gar 1860, Union Fürth, oder Pauli. Das sollte die Spitze sein. Und da hat 96 mit seinem Kader Möglichkeiten. Stendel ist ein junger Trainer und ich hoffe, dass er die richtigen Schlüsse zieht. Kompaktheit, Balance und Souveränität haben bisher gefehlt, ja. Aber es gibt keinen Grund, dass hier als aussichtlos anzusehen. Die Konkurrenz ist trotz dieser Niederlage nicht einfach um Längen besser. Den Eindruck bekommt man hier manchmal.

    Nebenbei glaube ich, dass ein Leon Andreasen der Mannschaft derzeit gut tun würde. Vielleicht wird er ja in ein paar Monaten noch einmal eine Option. Zum Winter muss aber auch ganz sicher der Kader ausgedünnt werden.

    Bin gespannt auf das nächste Spiel, welche Lehren Stendel zieht. Noch ist alles im Rahmen. Ich denke, diese Niederlage war insofern gut und hilfreich, dass nun alle etwas realistischer sein sollten.

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  3. Bob

    Sind die Roten „so gut und überlegen, wie es nach den ersten Pflichtspielen aussah“?

    Ich weiß nicht, Herr Purbs, welche Roten Sie in den ersten Pflichtspielen beobachtet haben. Der Sieg gegen Lautern war keineswegs so überlegen, wie das Ergebnis vermuten läßt; der Sieg gegen Fürth überaus glücklich, gegen Bochum hätte sich niemand über eine Niederlage beschweren dürfen, und der Pokalauftritt in Offenbach war auch nicht grade eine Machtdemonstration. Dass 96 z.Zt. mit 7 Punkten auf Platz 3 liegt, hat also wohl eher mit Glück als mit Überlegenheit zu tun.

    „Mit einer Niederlage im Heimspiel gegen Dynamo Dresden hatte wohl kaum jemand gerechnet.“

    Es wäre wohl besser gewesen, wenn es der eine oder andere getan hätte. Dynamo Dresden hat eine sensationelle 3.Liga-Saison hinter sich, ist seit Ende März in Pflichtspielen unbesiegt und hat in dieser Saison vor dem 96-Spiel nicht nur einen Erstligisten aus dem Pokal geworfen, sondern auch gegen drei Mannschaften gepunktet, die viele für Aufstieghskandidaten halten. Das ist also kein Fallobst, das pflichtschuldigst und ob der großen Namen in Ehrfurcht erstarrt die 3 Punkte in der HDI-Arena abliefert.
    96 und sein (mediales) Umfeld hingegen waren in den letzten Wochen so sehr damit beschäftigt, sich selbst und seine glorreiche Offensive zu preisen und mit der Braunschweiger Tabellenführung zu hadern, dass offenbar der Blick für das wesentliche, sprich: den nächsten Gegner, getrübt war.

    Insofern war die Niederlage definitiv ein Warnschuß. Noch ist nichts schlimmes passiert. Aber die Saison bis zum erhofften Aufstieg wird für die Roten noch sehr, sehr lang werden.

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    1. portishead

      96 KANN aufsteigen,wenn man sich nicht auf die vermeintlich fussballerisch besseren Möglichkeiten verläßt,wie es in Teilen den Anschein hat-
      muss aber nicht zwangsläufig aufsteigen,denn so stark und ausgeglichen ist der Kader nicht besetzt,dass die Gegner vor Ehrfurcht auf die Knie sinken oder auf die Knie sinken müssen.
      Wenn man den Blick nach Braunschweig richtet,muss man leider ganz deutlich sagen,dass 96 auf einigen Positionen individuell stärker besetzt ist,diese zumindest zum aktuellen Zeitpunkt als Mannschaft homogener funktionieren und besser ausbalanciert sind.
      Die Niederlage sollte ein heilsamer Weckruf sein in der 2.Liga anzukommen,denn Mannschaften wie Dresden,die kompakt stehen,agressiv,nicklig,,intensiv spielen ,werden die Regel sein.
      Austoben lassen und kontern-
      so werden Mannschaften wie Braunschweig,Heidenheim,St.Pauli und und …..spielen.
      Wer so hoch verteidigt wie 96,der muss bei Ballverlust das ansatzweise gesehene und gelungene Gegenpressing mit mehr Konstanz spielen können.
      Ansonsten bietet man zuviele Räume in den Schnittstellen.
      Die Standards funktionierten in den ersten Spielen recht gut,aber man muss im Gegensatz zum Dresden Spiel mehr über die Flügel spielen und das Spiel in die Breite ziehen.

      Dresden hat mit zwei Glücksschüssen bestraft,was Fürth mit klarsten Chancen in der 2.Hz versäumte.Niemand hätte sich beschweren dürfen,als 96 nach dem 0:2 aufmachte,wenn Dresden noch ein oder zwei Buden nachgelegt hätte..
      Bei dem Etat ist es konsequent den Wiederaufstieg als Ziel auszugeben,aber dann sollte das qualitative Maß in der Zusammensetzung des Kaders die unteren Ränge der ersten Liga sein.
      Aus meiner Sicht ist es eher der Kader eines ambitionierten Zweitligisten,der weit vorne,mit einer negativen Eigendynamik aber auch sein Ziel deutlich verfehlen kann.
      Weniger vom Wiederaufstieg schwafeln,sondern an der Konzentration,Präzision,taktischen Disziplin arbeiten,die erkennbare Spielidee nicht nur sichtbar machen-
      sie auch umzusetzen.
      Wahrscheinlich werde ich jetzt als Nörgler verschrien,aber es reicht nicht das Positive,was es auch gibt ,immer nur phasenweise abzurufen,wie es in allen bisherigen Saisonspielen der Fall war.
      Ich weiß nicht ,ob man einem emotionalen Spieler wie Sane,der sich leicht von positiven und negativen Stimmungen in seinem Spiel beeinflussen lässt nicht überfrachtet,wenn man ihm ständig den Rucksack überstülpt der alleinige Heilsbringer und für alles zuständig zu sein.
      Man hat wie in der Vergangenheit den Eindruck,dass er mit dieser Rolle nicht immer umgehen kann-
      er will dann zuviel,manches erzwingen.
      Sein Spiel wird fehlerhaft,er verliert die Klarheit in seinem Spiel.
      Spieler,die voran gehen können,scheinen Mangelware und es benötigt mehr als einen oder zwei.

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  4. nolimit

    Ich frage mich immer wieder, wie man einen gestandenen, zuverlässigen, wenig verletzungsanfälligen IV wie Christian Schulz ablösefrei abgeben kann! Er fehlt mit seiner Routine und Übersicht an allen Ecken und Enden. Zumindest als „Ergänzungsspieler“ hätte er der jungen Mannschaft mit seiner Erfahrung Halt geben können.
    Herr Stendel hätte seinen Jugendwahn und/ oder persönliche Aversionen aus der gemeinsamen Spielzeit zurückstellen müssen!
    Und seien wir realistisch: Ohne den glücklichen Sieg gegen Fürth wären wir Tabellennachbar des VfB…

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  5. thomas58

    Uups, bis jetzt ja nur die „Realo-Front“ (zu der ich mich auch zähle) hier!! Wo sind die Abwarte, Finder, Talentaufbauer und Einspieler?
    Nochmal zum Spiel gegen Dynamo und die Frage von Herrn Purps: das war ein gutes Zweitligaspiel mit einem am Ende verdienten Sieger, der nicht 96 hieß.
    Die Ausgangslage, bestimmt durch den Präsi, heißt ja Aufstieg ohne wenn und Aber. Dazu brauchts einen Kader, in dem mindestens 12 – 15 gute bis überdurchschnittlich gute Zweitligakicker stehen, hast du 12 – 15 gute, steigst du vielleicht auf, aber wahrscheinlich auch gleich wieder ab!
    Nach der Vorbereitung (ich habe einige Spiele live gesehen) und den ersten 5 Pflichtspielen bleibt meine Einschätzung:
    Überdurchschnittlich: Schmiedebach, Sané
    Möglicherweise in der Zukunft überdurchschnittlich: Sarenren, Anton
    Gut: Sobiech, Sorg, Klaus, Tschauner, Harnik (das wird noch wieder, er kann es auf jeden Fall)
    Möglicherweise in der Zukunft gut: Maier, Bech, Fossum
    Mittelmaß zweite Liga: Karaman, Füllkrug (habe ihn auch komplett in der Relegation gesehen, null Durchsetzen in 180 Minuten gegen grottenschlechte Frankfurter, warum sollte er jetzt plötzlich explodieren?)
    Meine Meinung zu Albornoz als LV soll hier nicht nochmal Thema werden, ich frage mich, wie ein Trainer (auch bei der offensiven Spielweise von 96) ihn da immer wieder hinstellen kann?
    Ich frage mich auch, wie die gesamte hannoversche Presselandschaft diese Riege immer wieder zur Übermannschaft „hochsterilisieren“ (Matthäus??) kann, so richtige Einschätzung des Leistungsvermögens scheint da doch zu fehlen!
    Noch zur Spielweise: wenn man so hoch pressen will, muss man entweder vorne eine extrem Quote haben ODER müssen die Viererkette und die Sechser extrem schnell sein, sind sie aber (bis auf vielleicht Sané) alle nicht. In der Konsequenz haben die Gegner dann, wie ja schon von einigen angemerkt, einen Haufen Chancen.
    PS: das war vielleicht Schulle`s Problem aus Stendels Sicht, er hätte da läuferisch keine Chance gehabt, ein gutes Stellungsspiel hilft da leider nicht.
    Fazit (ähnlich wie alle Vorredner): man kann eventuell oben dabei sein, ein Selbstläufer wird da (aus heutiger Sicht) nicht, in der ersten Liga würde es dieser Kader genauso schwer haben wie der Abstiegskader!

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  6. Dieter S.

    Da ich früher selber eine Jugendmannschaft trainiert habe, erlaube ich mir einmal kurz Stellung zu beziehen:
    in allen Pflichtspielen (inklusive des Pokalauftritts) kamen die 96-Gegner zu vielen Torchancen. Dies ist objektiv der Tatsache geschuldet, dass die Mannschaft immer sehr weit aufrückt und somit bei JEDEM Ballverlust gezwungen den Rückwärtsgang einzulegen. Die individuelle Klasse der Abwehrspieler (Albornoz!!) oder der taktischen Disziplin (Sane!) ist nicht so hoch, das man solch eine Spielweise auf Dauer durchhalten könnte.
    Die Gegner haben es in der Regel sehr leicht sich darauf einzustellen, da es ausreicht aus einer massierten Deckung schnell nach vorne zu spielen und in 1:1 Situationen zu kommen. Das Resultat ist sehr klar und eindeutig: die Gegner kommen im Schnitt zu 6-7 100% Torgelegenheiten.
    Diese Spielweise ähnelt einer dominanten Jugendmannschaft, die in Ihrer Spielklasse unterfordert ist und so, relativ ungeordnet, nach vorne läuft, um attraktiven Fußball zu kreieren.
    So weit so gut: unter Hr. Stendel, den ich als ehrliche Haut schätzen gelernt habe, ist diese Form des Hurra-Fußballs bisher alternativlos und ich sehe keine andere taktische Variante. Die Spieler reagieren kopf- und teilweise auch hilflos, wenn ein Gegner konsequent in die Zweikämpfe geht und die Schwäche auf den Seiten (linke Abwehrseite!!!!) aufdeckt.
    Ob ein Aufstieg mit einer nominell stark besetzten Mannschaft möglich ist, ohne einen Plan B. zu haben?
    Es ist natürlich möglich, aber dafür braucht 96 Tore, Tore, Tore….die Qualität ist dafür durchaus vorhanden: Sobiech, Füllkrug, Harnik sollten schon dafür sorgen, dass im Schnitt 2-3 Tore möglich sind.
    Meine Prognose: ohne „echten“ qualitativ starken LV wird diese Mission knapp scheitern.
    Was mir für Hr. Stendel und seine Idee sehr leid täte. Ich bin selber ein Verfechter des schönen offensiven Fußballs und ein echter Fußball Romantiker.
    Hr. Stendel, bitte an dem Konstrukt ein wenig feilen, damit ein Hr. Slomka nicht doch noch einmal die Gelegenheit bekommt sein Machtgehabe zu demonstrieren.

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  7. Judas

    @Dieter:
    Zitat:
    „Die Spieler reagieren kopf- und teilweise auch hilflos, wenn ein Gegner konsequent in die Zweikämpfe geht “

    Das ist da Problem dieser Jugend – Zweikämpfe lernt man eben nicht auf der Playstation…

    Die sind zum Teil so weich gespült – da ist wir immer die Frisur wichtiger als die Grätsche..

    Da war das Zweikampfverhalten unserer Olympiafrauen männlicher…

    Antworten
    1. Dieter S.

      @Judas: Dein Ausdrucksform ist natürlich sehr drastisch, aber im Kern leider nicht von der Hand zu weisen.
      Das Mittelfeld ist nicht zweikampfstark genug (Fossum, Maier), um die großen Lücken schließen zu können. Dresden war hier ein echtes Vorbild und die hatten einen rechten Verteidiger (die Nummer 2), der zweikampfstark und auch in der Offensive einen guten Job gemacht hat.

      Antworten
  8. Prof.Op

    Wenn Sané länger ausfällt, dann hat 96 in der Abwehr und im Mittelfeld
    eine Zwergenmannschaft.
    Man sollte mal die Körpergröße im Schnitt darstellen.

    Manchmal hat man den Eindruck, andere Teams sind da körperlich
    wesentlich robuster aufgestellt.

    Antworten
    1. portishead

      Sehe ich auch so und wenn etwas fehlt,dann ist es vor allem Präsenz.
      Vielleicht ist die Pause für den Sane gar nicht schlecht,damit er mal die Rübe freibekommt,Für mich gehört er in das defensive Mittelfeld in der Hoffnung,dass Strandberg die Erwartungen erfüllt.
      Den Sane nahm der Neuhaus aus dem Spiel als er den Kutschke brachte,der körperlich Paroli bieten konnte,die Bälle festmachte und mit seiner Nickligkeit Sane kirre machte.
      Fossum ist kein Sechser neben Schmiede.Für mich gehört Sane dorthin,der sich hoffentlich in Zukunft im Griff haben wird.So hilft er 96 nur begrenzt weiter.
      Gegen Dresden hätte es auch in die andere Richtung laufen können,wenn man den nicht gegebenen Elfer und den Lattenschuss heranzieht.Unter dem Strich war der Sieg aber verdient.
      Anfangs überlegen heißt nicht immer zwingend und der Dresdener Aosmann hätte bereits die Führung machen können,als er frei vor Tschauner auftauchte.
      Mir ist es auch zu einfach immer nur den Albornoz rauszupicken,wenn defensiv etwas schief läuft.Inhaltlich stimme ich zu,dass er defensiv oft ein Sicherheitsrisiko darstellt,aber die Offensivabteilung ist gefordert bei Ballverlusten im Rückwärtsgang defensiv mitzuarbeiten um die Konter zu vermeiden.
      Dresden hat sich,nachdem sie den ersten Druck überstanden haben in das Spiel reingearbeitet.Sie haben clever agiert,kaltschnäuziger,einfachen schnörkellosen Fussball gespielt und waren zweikampfstärker.Besonders gefallen hat mir der Stefaniak,der mit Sicherheit bald irgendwo in der Bundesliga auftauchen wird.
      Ein Riesentalent und stark am Ball.
      Das könnte einer werden.Für mich war das der beste Fussballer,der an diesem Tag auf dem Platz stand.

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