Schlagwort-Archiv: Jogi Löw

Slomkabine

Sonntag, 18.15 Uhr, Halbzeit in Stuttgart: 0:2, Hannover 96 in allen Belangen unterlegen, inklusive Ballbesitz, Ballbenutz, Ballbehandel, Ballerober, Ecken, Elfer, Eier, Furore, Tore, Traore. Selbst in der offiziellen Einwurfstatistik liegen die „Roten“ gnadenlos hinten. Kurz gesagt: ein ganz normales 96-Auswärtsspiel. 27 Minuten später verspielt die Mannschaft leichtfüßig einen Zwei-Tore-Rückstand. Die schnellsten vier Treffer auf Gegners Platz an einem Sonntag im November seit Einführung der Bundesliga. Grandios! Wie konnte es dazu kommen? Der Platzwart hat das VfB-Überwachungsvideo aus der Gästekabine ausgewertet. Eine Zusammenfassung. Weiterlesen

Verliebt in Kapstadt

Deutschland hat sich verliebt in Jogi, Basti, Mesut, Philipp und Miro. Und ich habe mich auch verliebt – in Kapstadt. Es war meine fünfte Station während der WM in Südafrika, fünf Spiele, fünf unterschiedliche Orte. Nur da, wo ich wohne, in Pretoria, spielt die deutsche Mannschaft nicht. Das Stadion, das „Loftus-Versfeld-Stadion“, kann ich von meinem Zimmer aus sehen, zu Fuß sind es dorthin knapp 30 Minuten. Doch bis auf eine Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Ghana hat der Jogi hier nicht vorbeigeschaut.

Durban, Port Elizabeth, Johannesburg, Bloemfontein und beim wundersupertollen 4:0 gegen Argentinien Kapstadt, das waren bisher die Stationen. Mittwoch fange ich wieder von vorne an, gegen Spanien gehts nach Durban ans Meer, wo das deutsche Eröffnungsspiel war, und ich verrate einfach nicht, wo das Spiel um Platz 3 stattfindet

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Sagt mein Gefühl

Heute ist Samstag, nicht so ein typischer “Und täglich grüßt das Murmeltier”-Tag wie jeder andere, bestehend aus: Aufstehen (immer spätestens um 7 Uhr), Tagebuch schreiben für die Printkollegen, 11.30 Uhr Abfahrt mit dem Bus zum WM-Quartier der Nationalelf in Erasmia, “zirka 12.45 Uhr” (O-Ton DFB) Presssekonferenz oder Interviewtermin, 13.40 Rückfahrt mit dem Bus ins Hotel in Pretoria, Schreiben bis zum Umfallen, Bloggen nicht vergessen, Essen gehen (links ins Steakrestaurant oder rechts zum Italiener mit der Mussolini-Pizza), 2. Halbzeit WM im Fernsehen schauen, schlafen gehen.

Heute ist fast frei, ein bisschen was vorbereiten für das England-Spiel am Sonntag, kleinere WM-Bewegungsübungen im Park in Pretoria, solange es noch hell ist, bloggen, Einkaufen, kurz über den Kollegen ärgern, der geschrieben hat, der Blog sei bei seinen Lesern noch nicht angekommen, weil es nicht genug Kommentare gibt (Ist dies das Kriterium? Ich bin ja noch neu in der Welt der Klicks). Und dann ist auch gut.

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Hallo aus Jo(gi)burg!

Ein Stadion mehr für die Sammlung: das "Socer City"-Stadion in Johannesburg.

Ein Stadion mehr für die Sammlung: das "Socer City"-Stadion in Johannesburg.

Melde mich wie versprochen aus Jo(gi)burg und aus dem “Soccer City”-Stadion. Jetzt bin also schon dort, wo ich eigentlich am 11. Juli noch einmal gerne wäre. Dann findet hier das Finale der Fußball-WM statt.

Bei früheren Turnieren stand vorher immer fest: Egal, wie weit der Berti, Erich, Rudi und Klinsi mit ihrer Riege kommen, ich bin im Finale dabei. Notfalls ohne sie. In Südafrika ist das anders. Diesmal heißt es: Fliegt die Mannschaft nach Hause, muss ich mit.

Das hat damit zu tun, dass Südafrika so riesig ist und man nicht einfach in Pretoria – mein WM-Standort – ins Auto steigen und mal schnell beispielsweise nach Durban fahren kann. Es sind 600 Kilometer – so weit wie von Hannover nach München. Nur mit nicht ganz so guten Autobahnen.

Muss der Jogi eben ins Finale kommen. Und ich hätte noch ein bisschen Zeit, die länger werdende Wunschliste aus der Heimat, auf der auch Vuvuzelas stehen, abzuarbeiten.

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Meine „Big Five“

Dokument eines Stadionsammlers: das Foto.

Dokument eines Stadionsammlers: Foto im "Loftus-Versfeld-Stadion" in Pretoria.

Ich möchte das mit der Sammelleidenschaft und den „Big Five“ heute noch mal ein bisschen vertiefen. Auch wenn es diesmal nicht um große Tiere und schöne Trikots geht.

Ich sammele Stadien. Weil die schlecht in eine Tasche passen und man sie nicht einfach mit nach Hause nehmen kann, besteht die Sammelleidenschaft darin, ein Fußballspiel in dem Stadion zu schauen und die Anwesenheit mit einem Foto zu dokumentieren.

Ich bin keiner der Groundhopper, die irgendwo nach Aserbaidschan fahren, um dort Länderpunkte zu sammeln für ein Spiel in der dortigen 3. Liga. Ich bewundere die Abenteuerlust dieser Menschen, jede Reise wird viele schöne Geschichten geben. Diese würden mich interessieren. Der Fußball in Aserbaidschans 3. Liga dagegen nicht ganz so.

In der 1. Liga – Teams der neuen Saison 2010/2011 – war ich schon in allen Stadien mit Ausnahme der Arena in Mainz. Es ist eine Lücke, die es zu schließen gilt, aber immer waren andere dran, wenn es mit 96 dorthin ging. So ist mir das Stadion am Bruchweg (toller Name, heißt heute bestimmt Golgate-easy-money-Park oder so ähnlich, ich bin da nicht ganz auf Ballhöhe) bislang entgangen.

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„Big Five“

Fast zu schade zum Ausgeben: Die „Big Five“ schmücken nämlich die südafrikanischen Geldscheine.

Fast zu schade zum Ausgeben: Die „Big Five“ schmücken nämlich die südafrikanischen Geldscheine.

Ich bin jetzt seit dem 6. Juni in Südafrika. Und ich bin schon ein bisschen im Land herumgekommen. Johannesburg, Pretoria, Durban, Port Elizabeth. Und ich mag es selbst kaum glauben: Ich habe mit einer Ausnahme noch kein einziges Tier gesehen. Und das im Safari-Land, im Land der Nationalparks, im Land der „Big Five“.

Die großen Fünf – so werden die bekanntesten Tierarten Südafrikas genannt: Elefant, Nashorn, Afrikanischer Büffel, Löwe und Leopard.

Nur der Löw läuft mir jeden Tag über den Weg.

Was kurios ist: Ich habe auch noch keinen einzigen Hund und eine einzige Katze gesehen, das war auf der Terasse eines Fischrestaurants in Durban. Sie war als Abstauber unterwegs, zeigte sich dabei aber recht wählerisch… Pommes jedenfalls mochte sie nicht.

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Ich bastele mir eine Nationalelf

Das Schöne an meinem Beruf ist: Man kann den Spieler X fordern für die Startelf und den Spieler Y für die Ersatzbank. Man kann das auch versuchen, möglichst vernünftig zu begründen. Der Vorteil aber ist: Niemand kann überprüfen, ob das mit X und Y nun eine gute oder eine schlechte Idee war. Denn die Aufstellung macht der Bundestrainer, und er kriegt einen auf den Deckel, wenn sein Plan nicht aufgeht. Wir Reporter-Bundestrainer sind dagegen wie alle anderen 80 Millionen Bundestrainer schön raus aus der Verantwortung.

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